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Allgemeine Informationen zu Vietnam

Long Bien Brücke

Long Bien Brücke, © LEICA Vietnam

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Vietnam grenzt an Kambodscha, Laos, China und das Südchinesische Meer. Die Nord-Südausdehnung beträgt 1.650 km, die Ost-West-Ausdehnung an der schmalsten Stelle nahe dem 17. Breitengrad nur 50 km.

Vietnam grenzt an Kambodscha, Laos, China und das Südchinesische Meer. Die Nord-Südausdehnung beträgt 1.650 km, die Ost-West-Ausdehnung an der schmalsten Stelle nahe dem 17. Breitengrad nur 50 km. Vietnams Küste erstreckt sich über 3.400 km und bietet zahlreiche (besonders in der Mitte und im Süden) schöne Sandstrände. Von Norden nach Süden erstreckt sich ein zum großen Teil von tropischem Regenwald bedecktes Gebirge, das sich nach Süden hin zu einer Hochebene verbreitert. Nur an der Küste zieht sich ein schmaler, fruchtbarer Tieflandstreifen entlang. Das Mekongdelta im Süden und das Delta des Roten Flusses im Norden gehören zu den größten Reisanbaugebieten der Welt.

Vietnam zählt zu den schönsten und interessantesten Ländern Südostasiens. Mehr als drei Jahrzehnte des Krieges haben jedoch ihre Spuren hinterlassen. Während sich die großen Städte Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt in den letzten Jahren stark verändert und modernisiert haben, vollzieht sich die Entwicklung auf dem Land in wesentlich langsameren Schritten.

Die Menschen Vietnams sind freundlich und aufgeschlossen. Die junge Generation spricht oft Englisch, aber auch Deutsch als Fremdsprache ist beliebt. Immer wieder trifft man Vietnamesen, die in Deutschland studiert und gearbeitet haben und die noch gut Deutsch sprechen.

In Vietnam findet man eine der vielschichtigsten ethno-linguistischen Mischungen des asiatischen Raumes. Die meisten der ca. 90 Millionen Einwohner sind ethnische Vietnamesen (Kinh); ca. 14 % der Bevölkerung gehören zu einer der 53 Minderheiten.

Viele der ethnischen Gruppen haben recht nahe Verwandte im benachbarten Laos, im südlichen China, in Kambodscha, Thailand und Myanmar. Während die Hauptethnie (Kinh) überwiegend in den Urbanen- und Küstengebieten wohnt, leben die Minderheiten zumeist in den Bergen.

RELIGIONS- UND GLAUBENSVORSTELLUNGEN

Vier große Philosophien und Religionen haben das geistige Leben in Vietnam geprägt: Konfuzianismus, Taoismus, Buddhismus und Christentum. Im Laufe der Jahrhunderte sind Taoismus, Konfuzianismus und Buddhismus mit Volksreligionen und dem alten vietnamesischen Animismus verschmolzen zur sogenannten Tam Giao (dreifache Religion).

Vietnam befindet sich aufgrund seiner geographischen Lage im Einflussgebiet zweier bedeutender Kulturen: China und Indien. Der Mahayana-Buddhismus ist die vorherrschende Religion in Vietnam und wurde Ende des 2. Jahrhunderts n.Chr. von chinesischen Mönchen eingeführt. Während man im Theravada-Buddhismus (verbreitet u.a. in Thailand, Laos, Myanmar) danach strebt, ein perfekter Heiliger zu werden, der für das Nirwana bereit ist, strebt der Mahayana-Buddhismus an, vollkommen zu werden in den Tugenden Freigiebigkeit, Moral, Geduld, Stärke, Konzentration und Weisheit.

Der um 500 v.Chr. in China entstandene Konfuzianismus bildet ein System sozialer und politischer Moral. Er betont die Rolle von Hierarchien als Grundlage menschlicher Ordnung sowie das den Rechten und Pflichten gemäße Verhalten. Nach dem konfuzianischen Moralkodex besitzt jedes Individuum in der Familie eine klar definierte Rolle.

Die ursprünglich chinesische Philosophie des Taoismus, die ca. im 5. Jh. v. Chr. in China entstand, lehrt, dass die Wirklichkeit einem mystischen Ganzen entspringt und dass sie Gegensätze vereint, nämlich Yin und Yang. Das Tun des Menschen soll dementsprechend von einem Handeln bestimmt sein, das in Einklang mit der Natur steht.

Heute wird sich kaum ein Vietnamese als Konfuzianer oder Taoist, sondern eher als Buddhist oder als nicht religiös bezeichnen. Der Besuch von Tempeln sowie die Ahnenverehrung sind jedoch allgegenwärtig. Die meisten Vietnamesen sind in unterschiedlicher Ausprägung de facto Anhänger der drei ostasiatischen Lehren Taoismus, Konfuzianismus und Buddhismus. „Reine“ Buddhisten sind somit nur ca. 9% der Bevölkerung.

Dem Gemeinschaftsdenken und Zusammengehörigkeitsgefühl der Menschen wird in Vietnam eine sehr große Bedeutung zugemessen. Vor allem der Zusammenhalt der Familienmitglieder, gegenseitige Fürsorge und Verantwortung gelten als grundlegende traditionelle Normen. Die Familie mit einem männlichen Familienoberhaupt ist im Allgemeinen die lebenslang wichtigste soziale Bezugsgruppe eines Vietnamesen. Die Familie bietet dem Einzelnen Geborgenheit und Sicherheit, verlangt aber auch dessen Einordnung und stellt ein Netz aus gegenseitigen Verpflichtungen dar.

Helden- und Ahnenverehrung, aber auch die Achtung vor dem Alter spielen eine sehr große Rolle.

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